Kösliner heute
I. Der Heimatkreis Köslin
Die nach Ende des Zweiten Weltkrieges aus ihrer Heimatstadt vertriebenen Kösliner gründeten 1948 den Heimatkreis Köslin. Er ist bis heute die Vertretung der Kösliner, ihrer Nachkommen und Freunde, dabei ordentliches Mitglied der Pommerschen Landsmannschaft – Zentralverband e.V. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des als Vorstand handelnden Heimatkreis-Ausschusses (HKA) widmen sich folgenden Aufgaben:
o Aufrechterhaltung des Zusammengehörigkeitsgefühls der Kösliner untereinander und mit der pommerschen Heimat,
o Förderung von Zusammenschlüssen der Kösliner in Traditionsgemeinschaften, wie Sport- und Schulvereinigungen
o Zusammenarbeit mit der Gruppe der Deutschen Minderheit in Köslin
o Pflege der Patenschaft mit der Stadt Minden
o Sammlung von Kulturgütern und Erhaltung der heimatlichen Kultur
o Erstellung und Förderung zeitgeschichtlicher Dokumentationen (Klicken Sie auf die unterstrichene Zeile, um dorthin zu gelangen)
o Öffentlichkeitsarbeit
o Durchführung von Patenschaftstreffen und anderen heimatlichen Veranstaltungen
Der Heimatkreis Köslin e.V. wurde 1985 als rechtlicher Träger des Heimatkreises gegründet und im Vereinsregister des Amtsgerichts Minden eingetragen. Mitglied können alle aus Köslin stammenden Personen, deren Nachkommen und weitere sich in besonderer Weise zu Köslin bekennenden Personen werden. Der Zweck des als gemeinnützig anerkannten Vereins ist die rechtliche Vertretung, die Vermögensverwaltung sowie die Wahrnehmung der kulturellen und sozialen Interessen der ehemaligen deutschen Bewohner Köslins.
Die Mitgliederversammlung des Kösliner e.V. wählt die Mitglieder des Heimatkreisausschusses (= Vorstandes) für jeweils 2. Jahre.
Kontaktanschrift für den Heimatkreisausschuß.:
Stadt Minden, Abt. Patenschaft Köslin, Postfach 30 80, 32387 Minden.
Traditionsgemeinschaften
In der Traditionsgemeinschaft der Kösliner Turn- und Sportvereine haben sich seit 1984 Mitglieder des TV 1861 Köslin, SV Preußen 1903, KSV Phönix 1909, TC Blau-Weiß, SC Poseidon sowie des Postsportvereins und des Gymnasiasten-Sportvereins (GKS) zusammengefunden, um die in der Heimat begründeten Freundschaften auch in der Fremde zu pflegen sowie bei Treffen, auf Fahrten und bei Jubiläumsfeiern zu stärken. Weiterhin will man die Tradition der alten Vereine erhalten, indem das einstige Wirken auf Fotos, Urkunden, Ergebnislisten und in Berichten über große Sportereignisse sowie erfolgreiche Kösliner Turner und Sportler in einem Archiv dokumentiert wird. Einiges davon ist in der Kösliner Heimatstube in der Patenstadt Minden ausgestellt. Alle Kösliner Turnerinnen/Turner und Sportlerinnen/Sportler sind in der Gemeinschaft herzlich willkommen.
Die Mitglieder erhalten regelmäßig Rundschreiben, in denen im Rückblick über heimatliche Sportereignisse sowie aktuelle und familiäre Geschehnisse berichtet wird.
Vorsitzender: Karl Schroeder, Am Wasserwerk 3, 24811 Owschlag
Der Freundeskreis ehemaliger Schülerinnen und Schüler der Oberschulen und anderer Schulen in Köslin trifft sich regelmäßig in verschiedenen Städten. Es werden auch gemeinsame Fahrten in die Heimat und zu anderen Zielen unternommen. Die Verbindung untereinander wird durch regelmäßige Rundbriefe aufrechterhalten.
II. Patenschaft Minden - Köslin
Die Stadt Minden in Ostwestfalen übernahm als eine der ersten Städte der Bundesrepublik Deutschland nach dem 2. Weltkrieg die Patenschaft für eine ostdeutsche Stadt. Sie wurde von Rat der Stadt am 19. Juni 1953 - zwei Tage nach dem Volksaufstand in der seinerzeitigen DDR - einstimmig beschlossen.und mit einer Urkunde besiegelt und bestätigt. Beschluß und Urkundentext lauten wie folgt:
URKUNDE Die im Schicksalsjahr 1945 ausgetriebenen Bürger der ostpommerschen
Regierungshauptstadt Köslin haben nach siebenjährigem Exil im Westen Deutschlands
die Stadt Minden gebeten, die Patenschaft für die Kösliner In seiner Sitzung vom 19. Juni 1953 hat der Rat der Stadt Minden einstimmig beschlossen, diesem Wunsche zu entsprechen. Die Stadt Minden übernimmt hiermit in feierlicher Form und vor aller Öffentlichkeit die Patenschaft Köslins in einer Stunde, in welcher das Fanal des 17. Juni 1953 zu der Pflicht aufruft, auch diesseits des Vorhanges alle Kräfte zu sammeln, bis das Ziel der Heimkehr und die Wiedervereinigung erreicht ist. Was Gott so fügen möge! Minden, den 11. Juli 1953 (Hattenhauer) (Schwemin)
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Die Patenschaft war Vorbild für viele nachfolgende Patenschaften mit anderen pommerschen Heimatkreisen. Sie ist über Jahrzente hinweg bis heute lebendig und mit Leben erfüllt.
Äußere Zeichen und Höhepunkte der Patenschaft sind bis heute:
Das 50jährige Jubiläum der Patenschaft am 19. Juni 2003 wurde in festlichem Rahmen und mit Beteiligung von Gästen aus dem In- und Ausland im Rahmen der Köslin-Tage begangen. Hervorzuheben ist die Teilnahme einer fünfköpfigen Delegation aus dem heutigen Köslin (Koszalin) mit dem Vizepräsidenten (Stellv. Bürgermeister) Piotr Kroll.
Dem Totengedenken am Köslin-Stein, an dem sich auch die polnischen Gäste beteiligten, folgte die Festliche Stunde. Bürgermeister Reinhard K o r t e bekräftigte die Patenschaft auch für die Zukunft: "....., die Patenschaft auch zukünftig zu pflegen sowie finanzielle Unterstützung im Rahmen der knappen zur Verfügung stehenden Mittel zuzusagen, stellt niemand in Frage." - In dem Grußwort des heutigen Kösliner Vizebürgermeisters Pjotr K r o l l wurde deutlich, daß man auch polnischerseits beginnt, die Geschichte der Stadt Köslin als eine einheitliche, von Menschen geprägte Entwicklung zu sehen, die sich nicht nach Konfessionen und staatlichen Zugehörigkeiten aufspalten läßt, wenn er feststellte: "Heute wissen wir gut, daß man die Geschichte Köslins nicht in kleine Stücke teilen kann" und betonte offen, daß es "doch die früheren Bewohner Köslins waren, die mit viel Mühe die Stadt aufgebaut und sich über Jahrhunderte bemüht haben, ihre Bedeutung in der Region zu festigen. Reicher durch diese Erfahrungen möchten wir die weitere Entwicklung der Stadt mit Erhalt der historischen Bauten, des Erbes, das Generationen Ihrer Landsleute, Verwandten und Bekannten erarbeitet haben, fördern." - Für diese Offenheit und für die Würdigung der Leistungen von Generationen deutscher Bürger Köslins dankte in seiner Schlußansprache der Vorsitzende des Heimatkreises Köslin, Klaus M o e r l e r. Er dankte ebenso der Stadt Minden für die über Jahrzehnte erwiesene Patenschaftshilfe und insbesondere für die Zusage, daß diese Verpflichtung auch für die Zukunft gelte. Für diese eröffne sich in Zusammenarbeit mit den heutigen Bewohnern wie auch mit den in der Heimatstadt verbliebenen deutschen Landsleuten viele Möglichkeiten, sei es auf kulturellem oder sozialem Gebiet - vor allem aber im gegenseitigen menschlichen Verständnis.
III Kösliner Heimatstube
Die „Kösliner Heimatstube“ ist eines der sichtbaren und bleibenden Ergebnisse der Patenschaft. Sie ist bestimmt, die über Flucht und Vertreibung hinweg geretteten Dokumente und gegenständlichen Erinnerungen sowie spätere Sammlungen aufzunehmen und zu bewahren. Ihr umfangreicher Bestand ist in folgende Sachgebiete aufgegliedert:
1. Patenschaft
2. Urkunden, Gemälde, Landkarten und Topographien
3. Turnen und Sport in Köslin
4. Hans Grade: ein Kösliner Flugzeug- und Kfz-Pionier
5. Diakonissenanstalt Salem-Köslin
6. Kadettenanstalt Köslin, Stabila, NPEA
7. Garnisonsstadt Köslin
8. Bücher, Schriften, Zeitungen, Bildbände, Wandfotos und sonstiges Heimatgut
9. Bild- und Tonarchiv.
Sie finden unsere Heimatstube in der Mindener Alte Kirchstraße 9
Kontakt über:
Stadt Minden Bürgermeisterbüro Kleiner Domhof 17, 32423 Minden - Telefon: 0571/89-291, Fax: 0571/89-706.
IV. Gedenkstätte Köslin
Am 23. Mai 2002 wurde auf dem Kösliner Neuen Friedhof (heute: Kommunalfriedhof) die bis dahin größte Gedenkstätte für die einstigen deutschen Bewohner in Pommern eröffnet. Inzwischen 60, oft beschädigte Grabsteine mit den Namen deutscher Kösliner sind dem Gedenken an alle verstorbenen Landsleute gewidmet.
Der älteste der an einer Allee aufgestellten Steine zählt 150 Jahre.
Der eigens hierfür von dem polnischen Bildhauer Zygmunt Wujek geschaffene Gedenkstein trägt in deutscher und polnischer Sprache die Inschrift:
MEINE ZEIT STEHT IN DEINEN HÄNDEN. PSALM 31.16
WIR
GEDENKEN DER DEUTSCHEN BEVÖLKERUNG
EVANGELISCHER UND ANDERER KONFESSIONEN,
DIE VOR UNS IN KÖSLIN UND UMGEBUNG
GELEBT UND GEWIRKT HABEN.
HERR, ERBARME DICH UNSER ALLER!
An dem offiziellen Akt nahmen auch der deutsche Konsul in Danzig, Rolf Wagner, der Kösliner Stadtpräsident (Oberbürgermeister), Henryk Sobolewski, HKA-Vorsitzender Klaus Moerler , der Bürgermeister unserer Patenstadt Minden, Reinhard Korte, Altbischof Ignacy Jež und Pastor i.R.Friedrich Karl Scheel vom Konvent evangelischer Gemeinden aus Pommern teil.
V. Köslin-Apartment
Mit finanzieller Unterstützung der Patenstadt Minden und des Patenkreises Rendsburg-Eckernförde sowie aus Spenden der Kösliner selbst haben der Heimatkreis Köslin e.V. und der Heimatkreis Köslin-Bublitz e.V. im April 1987 ein Apartment im Ernst-Moritz-Arndt-Haus auf dem Gelände des Pommern-Zentrums in Lübeck-Travemünde erworben.
Seit dem im Juli 1988 geschlossenen Verwaltungs- und Nutzungsvertrag wechselt die Zuständigkeit zwischen den beiden Vereinen jährlich.
Das Köslin-Apartment steht Interessenten zur Verfügung:
Der Mietpreis beträgt EUR 25,00 für eine oder zwei Personen pro Nacht, zuzüglich Nebenkosten.
Vermietung und Abwicklung erfolgen über Frau Liese-Lotte Preikschat, Kuckucksruf 34, D 23562 Lübeck,
Tel.: 0451 - 59 70 57.